Was bedeutet Brennwerttechnik?

Die Verbrennung

Bei jeder Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl handelt es sich um Kohlenwasserstoffe, die verbrannt werden.

Wie die Bezeichnung schon suggeriert, enthalten Kohlenwasserstoffe zu einem bestimmten Anteil Wasserstoff, der bei einer Verbrennung immer zu Wasserdampf reagiert.

 

Gerade Erdgas, welches fast ausschließlich aus  Methangas (chem. CH4) besteht, enthält einen großen Anteil an Wasserstoff, der konsequenterweise zu einer entsprechend großen Menge Wasserdampf verbrennt.

Auch bei der Verbrennung von Heizöl entsteht Wasserdampf, allerdings aufgrund des höheren Anteils an Kohlenstoff im Öl weniger als bei der Verbrennung von Erdgas.

 

Das Problem der "Versottung"

 

Um Heizkessel und Schornstein vor dem kondensierenden Wasser ( Versottung) zu schützen,  welches in Verbindung mit der bei der Verbrennung entstehenden Schwefeldioxid zu  schwefliger Säure reagiert, welche diese angreifen würde, hat man lange Zeit dafür gesorgt, daß die Abgase Heizkessel und Schornstein so warm verlassen (ca. 60°C am Kaminkopf), daß erst außerhalb des Hauses eine Kondensation erfolgen konnte (Kondensation: Wasserdampf wird wieder zu Wasser).

 

Verschwendete Energie

Der zuvor erwähnte Vorgang führt dazu, daß Energie ungenutzt das Haus über den Kamin verläßt! Aber wie?

Jeder kennt den Effekt der Verdampfungswärme - meist ohne ihn wahrzunehmen - denn jeder weiß, daß Wasser bei rund 100°C kocht. Aber was dann?

Auch wenn das Wasser im Topf noch so sehr kocht - die Temperatur des Inhalts wird nicht weiter ansteigen. Und trotzdem befindet sich doch unter dem Topf eine Flamme oder eine heiße Herdplatte, die Energie abgibt!

Diese Energie, die jetzt noch aufgewendet wird, ist die Verdampfungswärme. Es wäre doch schade, wenn diese bei der Heizung ungenutzt über den Schornstein das Haus verlassen würde - denn wenn aus Wasserdampf wieder Wasser wird, wird die gleiche Wärmemenge wieder freigesetzt.

(Es soll nicht verschwiegen werden, daß das hier aufgeführte Beispiel die Verluste des Topfes nicht berücksichtigt; diese sind aber im gleichen Verhältnis auch bei der Erwärmung bis auf Kochtemperatur vorhanden...)

 

Brennwert-Nutzung

Bei einem Brennwert-Heizgerät wird über die Konstruktion sichergestellt, daß ein wesentlicher Teil des entstehenden Wasserdampfs innerhalb des Heizgerätes kondensiert, und so seine Wärme an das durchlaufende Wasser abgeben kann.

 

Wichtig ist hierbei die Konzeption der Anlage und des Heizgerätes, so daß möglichst geringe Rücklauftemperaturen erreicht werden. Die Rücklauftemperatur ist die Temperatur des zum Heizgerät zurückkehrenden Wassers, bevor es erneut erwärmt wird. Je niedriger diese ist, desto höher sind die möglichen Gewinne durch die Nutzung des Brennwerteffekts.

Ideal geeignet sind Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen. Aber auch entsprechend dimensionierte Heizkörper eignen sich für den Einsatz in Verbindung mit Brennwertgeräten.

 

Brennwert? Das bringt doch gar nichts???

Oft wird argumentiert, daß eine bestehende Heizung sich nicht für die Umrüstung auf ein Brennwert-Gerät eignen würde.

Diese Behauptung ist schlichtweg falsch!

Ein Brennwert-Heizgerät ist ohne weiteres in der Lage, hohe Heizwassertemperaturen zu liefern, so wie der vorhandene Wärmeerzeuger.

Aber es sind nicht hohe Temperaturen, welche eine Ersparnis ermöglichen, sondern möglichst niedrige Temperaturen, vorzugsweise im Rücklaufwasser (Wasser, das aus den Heizkörpern abgekühlt wieder zum Heizgerät zurückfließt).

Wenn nun jemand die Behauptung aufstellt, die vorhandene Anlage wäre nicht in der Lage, die erforderlichen, niedrigen Temperaturen im Rücklauf zu liefern, ist dies nur für wenige Tage im Jahr zutreffend.

 

Weil bei Bau einer Heizung immer von der kältesten zu erwartenden Außentemperatur ausgegangen werden muß, folgt daraus, daß jedes Heizsystem bis auf wenige Tage im Jahr eigentlich überdimensioniert ist. Diese "Überdimensionierung" ist aber notwendig, weil ansonsten bei kalten Tagen nicht genügend Heizleistung zur Verfügung stünde.

Im Umkehrschluß bedeutet dies aber, daß in der überwiegenden Zeit des Jahres, bei milden Außentemperaturen, wesentlich geringere Temperaturen im Heizsystem erforderlich sind! Daher ist in diesen Zeiten eine Brennwertnutzung trotzdem möglich, ein Grund, weshalb ein Brennwert-Heizgerät immer eine bessere Energieausnutzung hat als ein Niedertemperaturkessel.

 

Ein weiterer, beachtenswerter Punkt ist, daß ein bestehendes System hinsichtlich seiner Heizflächen ja nicht für immer so bleiben muß. Würde man hier aber bei einer kurzsichtigen Betrachtungsweise auf herkömmliche Niedertemperaturtechnik zurückgreifen, so wäre ein späteres Nachrüsten bei den Heizflächen wirkungslos in Bezug auf die Einsparung von Energie.

 

Es gibt natürlich Anwendungsfälle, bei denen auch heute noch der Einsatz herkömmlicher Heiztechnik sinnvoll bzw. unumgänglich ist - beispielsweise bei größeren Objekten mit mehrfach belegten Schornsteinen oder ähnliches.

 

Hier ist dann eine Beratung vor Ort unbedingt anzuraten, bevor ein bestimmtes Heizsystem favorisiert wird.

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